Telgter Wallfahrt

Jährlich machen sich schätzungsweise 40 Millionen Pilger auf einen Pilgerweg. Etwa 100.000 Pilger - Tendenz steigend - zieht es Jahr für Jahr nach Telgte zu unserem Gnadenbild.

Gleichgültig, von welcher Seite Sie sich Telgte nähern, immer wird der 65 Meter hohe Turm der Propstei- und Wallfahrtskirche St. Clemens den Weg weisen zum geistigen Mittelpunkt: der Wallfahrtskapelle mit dem Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes, die in unmittelbarer Nähe liegt.

Das Telgter Gnadenbild, aus Pappelholz geschnitzt, ist um 1370 entstanden. Möglicherweise handelt es sich um die Schenkung eines um 1390 in Lübeck verstorbenen Telgter Kaufmanns für das elterliche Grab auf dem Telgter Kirchhof. 1466 wurde ein Dach vor das Marienbildnis gebaut, das diejenigen, die dort beteten, vor Wettereinflüssen schützen sollte. Dies ist ein erster Hinweis, dass die Grabstiftung zu einem Mittelpunkt der Marienverehrung aufgestiegen war. Damals gab es noch keine Wallfahrten. Eine wichtige Rolle spielte aber die Frömmigkeit vergangener Zeiten. Die Menschen baten Maria in den Nöten des Alltags um Hilfe und erhofften sich Wunder. Solche Wunder sind zahlreich überliefert.

(Quelle: Wikipedia)

Der münsterische Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen, der von 1650 bis 1678 regiert hat, wollte der reformatorischen Bewegung, die 1517 durch Martin Luther ausgelöst worden war und auch das Münsterland erfasst hatte, ein Ende setzen. Dabei spielte die Marienverehrung eine ganz besondere Rolle. 1651 genehmigte der Fürstbischof die erste große Wallfahrt nach Telgte. Am 1. Juni 1654 legte er dann den Grundstein für eine neue Wallfahrtskapelle.

Ab 1701 erhöhte sich die Zahl der Wallfahrten beträchtlich, als der Fürstbischof von Plettenberg bestehende Wallfahrten des Münsterlandes vom niederrheinischen Kevelaer nach Telgte umlenkte.
Ein besonderes Ereignis war das Wallfahrtsjubiläum 1904: damals wurde das Telgter Gnadenbild offiziell vom Papst anerkannt.

Nachdem Fürstbischof von Galen im Jahre 1651 die Wallfahrt offiziell in Telgte einführte und Telgte zum Hauptwallfahrtsort des Bistums Münster ernannte, ließ er der Pietà, die nun zum Staatseigentum des Fürstbistums Münster wurde, eine eigene und große Kapelle bauen. Woraufhin der Jesuit Johannes Blankenfort einen Großteil der Wallfahrten organisierte. Aus dieser Zeit stammt der Prozessionsweg, der von Münster nach Telgte führt. Dieser Weg findet sich noch heute an der Bundesstraße 51 – zwischen der Lützowstraße und der Straße Kiebitzpohl - und ist besonders an den fünf doppelseitigen Bildstöcken erkennbar, die Stationen aus dem Leben Marias darstellen.

Durch die „Berühmtheit“ des Gnadenbildes wurden weitere Umbauten an der Kapelle vorgenommen. Zudem gab es immer wieder Spenden beziehungsweise Stiftungen von teilweise reichen und/oder bekannten Persönlichkeiten (z. B. von Weihbischof Valerius Maccionis, Kardinal Clemens August Graf von Galen, Gerhard Walgarding).

Im Laufe der Zeit bekam die „schmerzhafte Mutter“ immer mehr Kleider, Kronen und auch die Kapelle wurde immer weiter ausgebaut. Durch Geldnöte der Gemeinde sind nicht mehr alle Weihegeschenke erhalten.

Mit dem Feiertagsedikt von 1770 wurden 16 kirchliche Feiertage abgeschafft, in dessen Folge die Wallfahrts-frömmigkeit zum Erliegen kam. Anfang des 19. Jahrhunderts kamen somit nur noch sehr wenige Pilger nach Telgte. Nachdem jedoch um 1837 der Erzbischof von Köln, Clemens August Droste zu Vischering, verhaftet wurde, bäumten sich die Katholiken gegen dieses Vergehen auf und fingen wieder an, trotz der Verbote der Polizei, Wallfahrten durchzuführen.

Durch diese Veränderungen angeregt, wurde das Gnadenbild umgestaltet und restauriert, wodurch die Spuren der Befestigungsstellen für die Kleider entfernt wurden, der rechte Arm Christus angewinkelt wurde und Maria einen Kragen an ihr Kleid erhielt. Die Bürger und Pilger bezweifelten nach diesen großen Veränderungen die Echtheit der Figur. Diese Zweifel räumte Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen jedoch aus.

Nachdem Telgte 1887 an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde, war es nun für viele Menschen einfacher zur Marienstatue zu gelangen.

Ein weiterer Höhenpunkt für die „Karriere“ des Gnadenbildes war die durch Papst Pius X. gebilligte Krönung durch Kardinal Fischer am 03. Juli 1904.

Auch 1930 wurde dem Gnadenbild eine große Ehre zuteil. Das Gnadenbild wurde zum Ziel der Abschlusswallfahrt des Katholikentages in Münster.

Um der national-sozialistischen Politik zu trotzen, gründete Dr. Paul Engelmeier 1934 ein Wallfahrtsmuseum, welches heute das Heimathaus beherbergt. Die national-sozialistischen Herrscher wollten mit Verboten und Schikanen versuchen, die Freiheit der Kirche und die Wallfahrtsfrömmigkeit zu unterdrücken.

Am 13. November 1935 erlebte Telgte einen schweren Schock, denn die Kirchensakristei wurde ausgeraubt, wodurch viele Wertobjekte gestohlen wurden.

Die Nationalsozialisten verboten den Menschen zeitweise auf Wallfahrt zu gehen. Dieses Verbot wurde nach Ende des Krieges wieder aufgehoben. Durch viele neue Verkehrsmittel war es den Menschen von jetzt an möglich, weitere Reisen zu unternehmen, sodass Telgte viele neue Pilgergruppen besuchten.


Die Osnabrücker Wallfahrt ist heute die größte Fußwallfahrt Deutschlands. Nach dem zweiten Weltkrieg haben sich zahlreiche neue Wallfahrtstraditionen entwickelt, zum Beispiel die Glatzer Wallfahrt. 1988 wurde - zum 750. Jubiläum der Stadt Telgte - die Kutschenwallfahrt ins Leben gerufen.

 

Öffnungszeiten:

Kirche und Wallfahrtskapelle sind täglich von 07.30 Uhr bis 19.30 Uhr geöffnet.
 
Bei terminlichen und organisatorischen Angelegenheiten der Wallfahrt wenden Sie sich bitte an:


Propsteipfarramt St. Marien
Kardinal-von-Galen-Platz 9
48291 Telgte

Telefon: 02504 / 93 231 - 11
Email: stmarien-telgte@bistum-muenster.de