| Wallfahrtskapelle |
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Nach den Wirren des
dreißgjährigen Krieges sah es Christoph Bernhard von Galen, der 1650 bis 1678 Fürstbischof von Münster war, als seine Hauptaufgabe an, das katholische
Leben im Bistum entsprechend den Vorgaben des Reformkonzils von Trient
(1545 - 1563) wieder zu beleben. Dazu gehörte auch die Förderung der
Wallfahrt.
Er bestimmte deshalb 1654 Telgte zum Haupt-Wallfahrtsort des
Bistum wegen seines "uhralten miraculösen Vesperbildes" - wie es in einer alten Urkunde heißt. Er ließ für die Figur der schmerzhaften Mutter aus
dem 14. Jahrhundert, die auch bisher schon als Gnadenbild verehrt wurde,
eine eigene Kapelle bauen, die bis heute unser Gnadenbild beherbergt.
Die Grundsteinlegung für die neue Kapelle erfolgte am 01.06.1654. Im
August aber gerieten die Bauarbeiten aus unbekannten Gründen ins Stocken.
Offensichtliche sollte jetzt nicht mehr nach den Plänen des Warendorfer Franziskaners Jodocus
Lücke gearbeitet werden; vielmehr entschied sich der Bischof 1655 für die
Entwürfe seines ersten Landesbaumeisters und Architekten Pictorius d.Ä.
Sein Plan sah eine barocken Acht-Eck-Bau vor auf hohen Basen mit
korinthischen Kapitellen, die bekrönt wurden mit Steinkugeln vergoldeten Sternen. Die
Kuppel des Zentral-baues wurde gekrönt mit einer Strahlenmadonna aus
vergoldeten Kupfer.
In den folgenden Jahrhunderten wurde die Kapelle 2x erweitert: Mit der
Zunahme der Wallfahrten - insbesondere bei Jubiläumsfeiern von 1754 war
eine Sakristei notwendig geworden. So wurde im Jahre 1763 an der
westlichen Seite ein rechteckiger Bau mit Glockentürmchen erstellt, der
für 100 Jahre als Sakristei diente. Zur 200-Jahr-Feier im Jahre 1854 wurde
die Trennwand zwischen Kapelle und Sakristei niedergelegt, und es entstand
ein Chor, der das Gnadenbild aufnahm bis auf den heutigen Tag.
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Gleichzeitig wurde eine neue
Sakristei mit einem kleinen Kerzenraum an

Darstellung der Kapelle um 1854
der nördlichen Seite angebaut, und die Kuppel der Kapelle-
inzwischen zu einem zeltförmigen Mansardendach umgebaut - erhielt als
Bekrönung eine Laterne. Zudem erhielt die Westwand anstelle eines
vergitterten Fensters eine große rundbogige Eingangstür, wie sie heute
noch zu finden ist.
Die Inschriften an den beiden
ursprünglichen Türen mit dem Wappen des Fürstbischofs Christoph Bernhards
geben als Jahr der Erbauung 1655 an und als Jahr der Renovierung das Jahr
1937.
Noch heute ist die Kapelle mit dem Gnadenbild der Mittelpunkt der
Wall-fahrt, in der ständig Beter zu finden sind und auch Wallfahrtsgottes-dienste gehalten werden. Zum Jubiläumsjahr 2004 wurde sie
noch einmal überarbeitet.
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| Der "Alte Kreuzweg" in Telgte |
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Wissenswertes zum „Alten Telgter Kreuzweg“
Über 100 Jahre ist der Kreuzweg, der zwischen 1895 und 1899
entstand, bereits alt. Dr. zu Verth überließ der Kirchengemeinde
St. Clemens seinerzeit das Gelände nahe einem Sandweg, der von der
Stadt in die Bauerschaft Vechtrup führte. Der Kreuzweg sollte die
dort lebende Landbevölkerung mit der im Herzen der Stadt gelegenen
St. Clemenskirche verbinden. 14 Stationen umfasste die Auftragsarbeit,
die die Errichtung von fünf Rosenkranzstationen einschloss und
erst durch zahlreiche Spenden ermöglicht wurde. RM 1.000 kostete
damals eine Station. Ein Mietvertrag zwischen Herrn Dr. zu Verth und
der Kirchengemeinde St. Clemens wurde am 05.04.1900 vereinbart,
wobei die zu entrichtende Pacht mit RM 10 jährlich festgelegt wurde.
Die 12. Station mit ihrer Kreuzigungsgruppe stellt eine Besonderheit
dar. Sie ist der Restbestand eines Kreuzweges, der bereits im 17. oder
18. Jahrhundert errichtet wurde, sich weit in die Bauerschaft Vechtrup
hineinzog und auch für Flurprozessionen genutzt wurde. Fünf der
vierzehn Stationen mit anteiligen Grund- und Wegeflächen stehen im
Eigentum der Stadt Telgte, die übrigen Stationen entfallen auf private
Eigner.
Die Figurengruppen, gefertigt aus Baumberger Sandstein, beeindrucken
durch ihre Aussagekraft und Klarheit. Im Innenraum der Kapellenhäuschen
finden sich zudem größtenteils noch originale Wandfliesen. Bei einer Begutachtung im Jahre 1981 durch das Westfälische
Amt für Denkmalpflege in Münster wurde der Kreuzweg als „etwas
Besonderes, als ein bemerkenswertes Beispiel der Nazarener-Epoche“ eingestuft, wobei seine „große und aufwendige Art und seine Lage im
meist waldreichen Gebiet“ hervorgehoben wurde.
Der Aufgabe, den „alten“ Telgter Kreuzweg instand zu halten, zu
pflegen und seine Figurengruppen erforderlichenfalls zu restaurieren,
stellt sich seit nunmehr über 100 Jahren jede Generation von neuem.
Diese Tradition einer tätigen Fürsorge auch in schwieriger Zeit fortzuführen
hat sich der Verein „Alter Kreuzweg e.V.“ zum Ziel gesetzt,
der im Oktober 2002 von Mitgliedern der Kirchengemeinde St. Johannes Ev. gegründet wurde. Notwendige Instandsetzungsmaßnahmen
werden von ihm initiiert und mit den Eignern der Kapellenhäuschen
abgestimmt. So konnte im Jahre 2004 gemeinsam
mit der Stadt Telgte und dem LWL Münster unter Einbringung
vereinseigener Mittel und durch die Inanspruchnahme von Fördermitteln
der EUREGIO eine grundlegende Restaurierung der
Kapellenhäuschen und Figuren ermöglicht werden. Ab dem Jahre
2005 stellte der Verein entlang des Weges Ruhebänke auf.
Rand- und Beetbepflan-zungen wurden erneuert und ergänzt. In der
Karwoche zieren regelmäßig Pflanz-schalen jede einzelne Station.
Der Verein „Alter Kreuzweg e.V.“ finanziert seine Aufwendungen
ausschließlich aus Spenden und ist als gemeinnützig anerkannt. Steuerliche
Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden (Konto:
35.18659.700 Vereinigte Volksbank eG Telgte BLZ 412.626.21). |
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Kleiner Wegweiser:
Der Kreuzweg (Länge einschließlich Rückweg ca. 1,5 km) beginnt an der
Einener Straße direkt gegenüber der St. Johanneskirche. Er ist landschaftlich
reizvoll gelegen, Ruhebänke laden zum Verweilen und zur Andacht rein. Parkmöglichkeiten
für Pkw bestehen an der St. Johanneskirche und für Busse auf
dem nahen Parkplatz „Planwiese“ am „Emstor“.
Der Gott der Liebe
und der Barmherzigkeit,
er möge auch dich mit Liebe erfüllen,
dass dein Geist nicht wanke
sondern wachsen möge
an seiner Verheißung,
dass dein Glaube
stärker sei als deine Zweifel
und du dich auf ihn verlässt.
Auch wenn schwere Tage kommen
möge sein Geist dich erhellen,
sein Frieden dich heilen
und seine unermessliche Liebe
dir den Weg ins Leben weisen.
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Jesus, Du weißt, was wir brauchen:
Ein aufmerksames Ohr,
einen verstehenden Blick,
eine heilende Hand,
ein ermutigendes Wort,
eine zärtliche Geste,
ein mitfühlendes Herz.
Du schenkst uns alles.
Im Brot des Lebens
und im Kelch des Heiles
schenkst Du Dich selbst.
Dass doch auch wir großzügig teilen
und geben,
uns selber geben – wie Du.
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Jesus,
zu Füßen Deines Kreuzes fi nde ich Frieden,
kann ich alle meine Schuld ausbreiten,
voll Vertrauen, denn Deine Liebe ist grenzenlos.
Jesus,
Du Gekreuzigter und Auferstandener,
bleibe bei mir. |

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Herausgeber: „Alter Kreuzweg e.V.“ |
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| Historischer Wallfahrtsweg von Münster nach Telgte |
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Im Jahre 1660 schrieb Bischof Christoph Bernhard von Galen in seinem Statusbericht an Papst Alexander VII:
"Die Stadt Telgte – eine deutsche Meile von Münster entfernt – wird das Jahr über wegen einer Statue der Gottesmutter durch viele Prozessionen gefeiert.
Ich selbst habe an der Stelle, an der diese Statue gewöhnlich aufbewahrt wird, zu Ehren der großen Mutter von Grund auf eine achteckige Kapelle erbaut, ausgestattet mit einem Altar und volks-tümlich (?) gemalten Bildern.
Jetzt kommt noch hinzu, dass in diesem und dem vergangenen Jahr Bildstöcke zwischen Münster und Telgte, die sowohl die schmerzhaften und als auch die glorreichen Mysterien Christi und der Gottesmutter darstellen, auf wunderbare Weise täglich die Frömmigkeit der Pilger entzündet haben."

Maria auf dem Kreuzweg

Dritte Station
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Vierte Station
Nach dem 30-jährigen Krieg machte der damals neu ernannten Fürstbischof von Münster Christoph Bernhard von Galen (1650 - 1678) alle Anstrengungen, um das religiöse Leben in seinem Bistum zu fördern. Nachdem er der Wallfahrt nach Telgte als offiziellem Wallfahrtsort des Bistums durch den Bau der neuen Kapelle (1654 - 1657) völlig neue Impulse gegeben hatte, ließ er um 1658 einen Wallfahrtsweg von Münster nach Telgte anlegen mit 5 doppelseitigen Bildstöcken, die heute noch an der Bundesstrasse 51/64 von Münster nach Telgte stehen. Diese Bildstöcke zeigen auf der nach Münster gerichteten Seite die Schmerzen Mariens und auf der nach Telgte gerichteten Seite die Freuden Mariens - entsprechend des Gesätzen des glorreichen Rosenkranzes.

Detail aus der 5. Station
Die Münstersche Wallfahrt geht allerdings seit einigen Jahren einen anderen Weg, weil das starke Verkehrsaufkommen an der Strasse zu störend geworden war.
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| Meditation zu unserem Gnadenbild |
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Das aus Holz geschnitzte lebensgroße Bild der Gottesmutter von Telgte zeigt Maria mit dem toten Leib ihres Sohnes auf dem Schoß. Der Leichnam Jesu wirkt wie aufrecht sitzend auf den Knien seiner Mutter. Nur der Kopf ist ein wenig zurückgefallen. Todesstarre zeichnet den zerschundenen Körper. Die rechte Hand Mariens hält Jesu Oberkörper aufrecht, während ihre Linke auf seinen Knien liegt.
Maria selbst ist dargestellt als Frau aus dem Volke. In ihrem gesammelten Blick liegt tiefe Traurigkeit. „Der Blick der Mutter ist nach innen gekehrt, suchend, fragend nach der Antwort die er nicht mehr gibt“, so beschreibt es Weihbischof Dr. Josef Voss.
Fromme Überlieferungen berichten, dass man den Leichnam Jesu nach seiner Abnahme vom Kreuz noch einmal auf den Schoß seiner Mutter gelegt habe. Die Darstellung dieser Szene wurde vom 14. Jahrhundert an zu einer beliebten Darstellung die bekannt ist unter der Bezeichnung „Pieta“ oder „Vesperbild“.
Damals trat immer stärker das Leiden Christi in den Vordergrund: Man stellte Christus nicht mehr als Sieger am Kreuz dar wie es bis ins 13. Jahrhundert selbstverständlich war, sondern Christus als den Leidenden, der um unserer Sünden willen das Leid bis zum äußersten auskosten mußte.
Mitleid mit diesem Jesus: das wollten die Bilder damals erwecken.
Und wer hätte wohl mehr mit diesem Jesus gelitten als Maria, seine Mutter?! Von ihr erzählt die fromme Überlieferung, dass sie beim Kreuzweg ihres Sohnes dabei war.
Sie stand unter dem Kreuze wie Johannes berichtet (Joh. 19,25). „Sie brach nicht zusammen, sie sank nicht zu Boden: Maria stand unter dem Kreuz! Was sie stützte und hielt, was ihr Stärke gab die furchtbarste Betrübnis standhaft durchzuhalten, dass war die Kraft der rückhaltlosen Liebe an den heiligen Willen Gottes. Mit dieser Gesinnung hat sie einst die Botschaft des Engels beantwortet; diese Haltung hat sie durch alle Wechselwenden des Lebens unentwegt bewahrt. Und so war sie befähigt und gerüstet, auch das Schwerste und Furchtbarste, das Gottes Wille ihr auferlegt, das qualvolle Leiden und Sterben ihres göttlichen Sohnes, starkmütig mit anzusehen und zu ertragen“ (Clemens August, Kardinal von Galen).
Und als er dann ausgelitten hatte, da wir ihr Leid noch lange nicht zu Ende! Nach seinem Leiden (zur Vesperzeit = Vesperbild) wird der tote Leib ihres Sohnes, den sie als Kind so oft auf ihren Knien gewiegt, nun wieder auf ihren Schoß gelegt - ein Bild des Erbarmens („Pieta“ = Erbarmen). Aber die Menschen, die schon frühzeitig als Pilger zu diesem Bild kamen, sind nicht gekommen, um mit Maria Totenklage zu halten. Sie sind vielmehr als Pilger nach hierher gekommen, um selber bei dieser Frau, die so vieles in ihrem Leben hat mitmachen müssen, Trost zu finden. Nicht umsonst nennen wir die Schmerzensmutter auch die „Trösterin der Betrübten“.
Dieser Mutter haben sich durch die Jahrhunderte viele Menschen anvertraut. Wer sich ihr anvertraut, der vertraut sich damit Gott an, und er wird nicht ungetröstet weggehen. Er wird die Kraft bekommen, wie Maria Kreuz und Leid zu erleben; aber er wird daran nicht zerbrechen.
Das ist die Botschaft des Gnadenbildes. Das ist die Botschaft, die Menschen immer wieder hierher pilgern ließen – eine Botschaft, die nicht nur für die Vergangenheit gilt, sondern auch heute noch Sinn macht. |
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| Fotos |
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Telgter Gnadenbild von 1350/1370
 
Details des Telgter Gnadenbildes von 1350/1370
 
Telgter Gnadenbild in Schwarz-Weiß ... und im Schmuck vom Krönungsjahr 1904 |
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Jeweils 3 Bilder in der unteren Reihe des 1.-2.-4.-5. Fensters rechts und links
zeigen an, wann die entsprechende Wallfahrt zum ersten Mal erwähnt wird.
| 1. Fenster links |

Handorf 1754 |

Osnabrück 1852 |

Altenrheine 1676 |
| 2. Fenster links |

Nordwalde 1754 |

Münster 1651 |

Altenberge 1754 |
| 4. Fenster links |

Billerbeck 1754 |

Ibbenbüren 1854 |

Bevergern 1736 |
| 5. Fenster links |

Ostbevern 1754 |

Stadt Rheine 1660 |

Saerbeck 1754 |
| 1. Fenster rechts |

Brochterbeck 1854
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Warendorf 1655 (1651!) |

Borghorst 1854 |
| 2. Fenster rechts |

Greven 1655 |

Emsdetten 1854 |

Gimbte 1754 |
| 4. Fenster rechts |

Dekanatskirche Glatz |

Maria Schnee von 1977
30 Jahre Wallfahrt nach Telgte |

Albendorf |
| 5. Fenster rechts |

Freckenhorst 1754 |

Ahlen 1854 |

Laer 1655 |
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