An(ge)dacht
Ankerplatz
Der Kardinal von Galen Platz ist am vergangenen Wochenende wieder zu einem Ankerplatz geworden.
Nachdem das Ankersymbol vor dem Hauptportal der Propsteikirche St. Clemens aufgrund der Bauarbeiten zur Neugestaltung nicht mehr zu sehen ist, hat unsere Kirchengemeinde einen Fundanker dankenswerterweise vom Wasserstrassen- und Schifffahrtsamt in Münster bekommen. Als Ausbildungsprojekt haben die Gesellen im Sockel auch weitere kleine Fundstücke eingearbeitet, die alle Schaulustigen ausfindig machen können.
Im Anschluss an den gut besuchten und stimmungsvollen Gottesdienst mit dem humorvollen Titel „Komm zum Anker, Bianca“, haben sich viele Menschen, die später zum Stadtfest der Telgter Hanse „Komm auf die Wiese, Luise“ gekommen waren, mit ihrem Namen auf einem Schleifenband an diesem Anker festgemacht.
Für mich persönlich war ein Hausbesuch an diesem Tag bedeutsam. Ich bin dafür dankbar, dass ich den Namen von einer Person am Anker festmachen durfte, die nicht oder nur unter erheblichen Aufwand ihre Wohnung verlassen kann, aber für die der Glaube und die Kirche vor Ort wichtig ist. Dieser Anker ist somit auch ein Platzhalter geworden für alle diejenigen, die sich nicht mehr selbst auf den Weg machen können und dennoch Anteil an der Hoffnung haben.
Dieser Anker ist nun sowohl als Symbol für das Motto des Heiligen Jahres 2025 „Pilger der Hoffnung“ als auch für den Heiligen Clemens zu verstehen. Für die Kirchengemeinde haben wir nun einen weiteren Anlegeplatz für unsere Hoffnungen geschaffen. Was für eine schöne Idee.
Dr. David Krebes, Pastoralreferent in St. Marien Telgte