An(ge)dacht
Das wirklich wesentliche
Liebe Gemeindemitglieder und Gäste!
Was für eine Hochzeit! Letzten Samstagnachmittag haben wir in der Kapelle der Reha-Klinik Maria Frieden bei über 30° C und hoher Luftfeuchtigkeit eine Trauung gefeiert. Gäste, Organistin, Brautpaar und ich, wir waren schon vor der Feier einmal gut durchgeschwitzt. Und doch hatte ich überhaupt nicht den Eindruck, dass die Hitze die gute Stimmung trübte. Mit den Liederheften fächerten sich die Mitfeiernden etwas Luft zu und für mich lag ein kleiner Stapel Papiertücher neben dem Messbuch. Die Organistin spielte ein paar Strophen weniger als geplant und ich verkürzte meine Predigt. Das Brautpaar aber sprach mitten in dieser ungewöhnlichen Situation mit einer Herzlichkeit und Hingabe das gegenseitige Ja-Wort, dass wahrscheinlich nicht nur ich richtig davon ergriffen war.
Und ich überlegte, ob das nicht vielleicht ein Markenzeichen und eine Stärke gerade gläubiger Menschen ist, dass sich die vermeintlich bestimmenden Umstände bei ihnen sofort relativieren, wenn es ums Wesentliche geht. Und das galt an diesem Tag nicht nur für das Brautpaar, sondern sicherlich auch für die Gäste, die durch ihre Anwesenheit und Mitfeier den beiden Neuvermählten deutlich machten: auf uns könnt Ihr Euch verlassen!
Dem Brautpaar wünsche ich an dieser Stelle noch einmal alles Gute und Gottes Segen in der Hitze oder Kälte des Alltags! Und uns allen wünsche ich, dass nicht irgendwelche Umstände, sondern das eigentlich Wichtige und Wesentliche unser Leben bestimmt.
In diesem Sinne einen sonnigen Sommer,
Propst Michael Langenfeld