An(ge)dacht
Freude mitten im Alltag
Manchmal kommt die Freude ganz unscheinbar daher. Sie klopft nicht laut an, sie ruft nicht: „Hier bin ich!“
Oft ist sie einfach plötzlich da – in kleinen Momenten, die uns kurz innehalten lassen, wenn morgens endlich wieder ein bisschen Licht durchs Fenster fällt, wenn wir beim Spaziergang an der Ems die neugeborenen Schottischen Hochlandrinder entdecken, wenn die Sonne den Schnee zum Schmelzen bringt und eine Ahnung von Frühling in der Luft liegt. Oder wenn jemand uns anlächelt und wir merken, das tut gerade richtig gut.
Diese kleinen Freuden sind wie kleine Hinweise Gottes: „Ich bin da – mitten in deinem Alltag.“ Jesus sagt einmal: „Meine Freude soll in euch sein.“ ( vgl. Joh 15,11) Das klingt für mich nicht nach riesigem Feuerwerk, sondern nach einer Freude, die warm macht und trägt – auch an grauen Tagen.
Und dann gibt es da noch die andere Freude: die laute, bunte, verrückte, die Freude, die uns im Karneval packen kann. Wenn Menschen feiern, schunkeln, lachen, sich verkleiden und für ein paar Tage einfach das Leben feiern, da darf’s auch mal etwas übermütig werden.
Und ganz ehrlich: Auch das gehört zu unserem Glauben dazu. Gott hat uns nicht nur zum Funktionieren geschaffen – sondern zum Leben, zum Lachen, zum Zusammensein, zur Freude, die ansteckt.
Vielleicht ist das gerade jetzt eine gute Mischung: Die leisen Freuden des kommenden Frühlings, die laute Freude des Karnevals, und die tiefe Freude, die Gott uns ins Herz legt.
Alles zusammen erinnert uns daran: Das Leben ist ein Geschenk – und Freude ist eine Kraft, die uns trägt.
Ich wünsche Ihnen und euch in den nächsten Tagen viele solcher Momente:
leise, laute, überraschende – und solche, die bleiben.
Petra-Maria Lemmen
Pastoralreferentin