An(ge)dacht

kleine Gesten der Aufmerksamkeit

Liebe Gemeindemitglieder und Gäste!

Die letzten Tage unserer Indienreise waren geprägt von einer Ayurveda-Kur. Diese traditionelle indische Gesundheitslehre möchte Körper, Geist und Seele in Einklang bringen und so Wohlbefinden und Gesundheit fördern.

Etwas abgelegen in den Bergen in einem Kurhaus des dortigen Bistums genoss ich also mit dem Rest unserer Reisegruppe die in Indien eher seltene Stille, wenn nicht gerade unbekannte Tiere nachts auf dem Dach Party machten. Die üppige Natur dort bot reichlich Gelegenheit zur Erkundung. Auch die regelmäßigen Massagen, oft mit einer Mischung aus feinem Sand und reichlich Kräutern, waren nach dem strammen Besuchsprogramm eine echte Wohltat. Gekocht wurde dort nur vegetarisch. Als mich aber unser Koch Joseph beim ersten Frühstück erblickte, lief er in die Küche und brachte mir mit einem herzlichen Lächeln zwei Spiegeleier. Und als er meine Freude darüber sah, war dieses Zusatzfrühstück für die gesamte Kur ganz ohne Worte ‚gebucht‘ - soweit der Arzt nicht im Speiseraum war …

Kennen Sie das? Diese kleinen Gesten der Aufmerksamkeit und Zuwendung, die keine großen Worte brauchen? Sie machen unser Leben nicht immer gesünder, aber doch herzlicher.

Propst Michael Langenfeld

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