An(ge)dacht

Rochus Hospital

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste!

An diesem Sonntag feiern wir das Hochfest der Dreifaltigkeit. Gott ist Einer und doch  Einer in 3 Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Das ist für unseren menschlichen Verstand schwer zu verstehen. Mir hilft dabei ein Bild, dass Sie vielleicht kennen:  
3 Streichhölzer werden entzündet und aneinandergehalten:
sie brennen alle 3 und bilden doch eine Flamme.
Das Verbindende unter den 3 göttlichen Personen ist die Liebe, die alles zusammenhält.
Liebe ist auch das Stichwort zu einem Jubiläum, das an diesem Sonntag in unserer Pfarrgemeinde St. Marien begangen wird: der Kreativ-Kreis-Lepra der kfd St. Clemens darf auf 50 Jahre seit seiner Entstehung 1976 zurückschauen. Damals wurde dieser Kreis von Maria Ahlke und Maria Markmann gegründet.  Die Mitglieder dieser Gruppe haben es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen, die von Aussatz, von Lepra befallen sind, durch Spenden zu unterstützen und ihnen zu helfen. Alle 3-4 Wochen treffen sich ca. 20 Frauen aus St. Clemens/ St. Marien zum Nähen, Stricken, Handarbeiten, Basteln und natürlich auch zum dazugehörigen Klönen.
Die Ergebnisse dieser Handarbeiten und des Werkens bieten sie 2 x im Jahr
(vor Ostern und vor Weihnachten) auf einem Basar zum Verkauf an. Der daraus erzielte Erlös – ergänzt auch durch andere Sammlungen, Kollekten und aus dem Kaffee- und Kuchen-Verkauf bei verschiedenen Anlässen- geht an die deutsche Lepra- und Tuberkulose-Hilfe, die Projekte in Äthiopien unterstützt.
Das ist tätige Nächstenliebe.
Aus Anlass dieses Jubiläums wird an diesem Sonntag um 9.30 Uhr eine Hl. Messe in der Kirche des St. Rochus-Hospitals gefeiert. Demnächst soll dort auf dem Rasenplatz vor der Rochus-Kirche eine Eiche gepflanzt werden. Warum hier, am Rochus-Hospital mögen Sie fragen? Der Grund der Wahl dieses Ortes liegt darin, dass auf dem Gelände des Rochus-Hospitals früher Lepra-Kranke und Aussätzige in einem Leprosen- und Armenhaus gelebt haben- außerhalb des Ortes Telgte – auf der „Hülle“ so wurde dieser Ort damals genannt.


Ansicht des Rochus-Hospitals aus dem Jahr 1862 (siehe Homepage des St. Rochus-Hospitals)

Die Unterbringung der Lepra- und Aussatzkranken weit weg vor den Toren der Stadt war früher leider so üblich, da viele Menschen die Ansteckung dieser Krankheiten fürchteten. Gott Dank ist die Zeit der Ausgrenzung dieser Kranken heute Vergangenheit.
Es ist gut, dass sich Menschen überall für die Lepra- Kranken, ihre Gesundung und ihr Wohlergehen einsetzen.
Herzlichen Glückwunsch dem Kreativ-Kreis Lepra- unter der Leitung von Gertrud Riemann und Hildegard Heumann - zu seinem 50jährigen Jubiläum und ein herzliches Dankeschön an alle, die sich darin engagieren. Ich wünsche noch frohe Stunden im Miteinander-Tun und im Einsatz für andere!


Ihre

Sr. M. Josefine – Seelsorgerin in St. Marien, Telgte

 

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