An(ge)dacht
Allerseelen
Am Allerseelentag gedenken wir der Menschen, die uns nahestanden und uns im Tod vorausgegangen sind. Ihr Tod hat uns berührt – wir waren ihnen verbunden – unseren Eltern, Geschwistern, Partnern, Kindern, Freunden.
Oder wir waren durch die Nachbarschaft oder den Arbeitsplatz gut miteinander bekannt.
Wir gedenken aber auch der Toten der Kriege, der Menschen, die an Hunger verstorben sind, oder durch Unfälle und Katastrophen ihr Leben verloren haben. Der Tod hat eine Radikalität, die unser Leben erschüttern kann. Er trennt uns von geliebten Menschen, durchkreuzt unsere Pläne, verändert unser Leben. Die Trauer darüber können wir nicht hinwegreden.
An einem Tag wie Allerseelen werden wir uns dessen wieder bewusst. Wir denken zurück an das Leben mit unseren lieben Verstorbenen, geben ihnen Raum in Erinnerungen, unseren Gedanken und Gefühlen. Unsere Welt und die Welt der Toten wird durchlässig. Wir spüren, dass das, was wir an echter Beziehung, an Liebe von ihnen erfahren haben, bleibende Gültigkeit hat über den Tod hinaus. Darum schmücken wir am Allerseelentag die Gräber unserer Angehörigen und Freunde mit Blumen und Lichtern. Das weist über den Tod hinaus- Blumen und Lichter sind Zeichen des Lebens. Unsere Verstobenen sind in einem neuen Lebensraum, den Gott ihnen bereitet hat. Er selbst schenkt ihnen das neue Leben. Wer auf Gottes Stimme hört, so hören wir es im Evangelium, hat das Ewige Leben.
Dass diese Verbindung zwischen uns und den Verstorbenen bleibt über den Tod hinaus bis hinein in diese andere, ewige Welt, das wünsche und erbitte ich mir und uns allen-
Ihre Schwester M. Josefine Büscher
Quelle Bild: www.brauchtumsjahr.de